Erklärt · Pickel-Basics · Teil 1 von 5

Wie entstehen Pickel? Und warum du gerade jetzt welche bekommst

Der Pickel am Kinn hat als winziger Pfropf angefangen, den du gar nicht sehen konntest. Hier liest du, wie Pickel entstehen, was sie antreibt, von Hormonen bis zum Helmriemen, und was Ernährung wirklich damit zu tun hat.

Eine kleine runde Mulde in hellem Stein hält einen Tropfen klares Öl, ringsum liegt feines, helles Tonpulver.

In 30 Sekunden

  • Jeder Pickel beginnt als Pfropf aus Talg und abgestorbenen Hautzellen in einer Pore, anfangs zu klein, um ihn zu sehen
  • Bakterien, die auf jeder Haut leben, vermehren sich im Pfropf, und eine Entzündung macht ihn rot und schmerzhaft
  • Hormone kurbeln die Talgproduktion an, deshalb können Pubertät, Periode, Schwangerschaft und Wechseljahre Pickel bringen
  • Reibung, fettige Produkte, manche Medikamente und Rauchen können dazu beitragen, Schmutz ist aber nicht die Ursache
  • Winzige, juckende Knötchen, die alle gleich aussehen, können Pilzakne sein, und die braucht eine andere Pflege

Pickel entstehen, wenn ein Haarfollikel, die winzige Öffnung, die wir Pore nennen, mit zu viel Talg und abgestorbenen Hautzellen verstopft. Darin vermehren sich Bakterien, und dein Körper reagiert mit einer Entzündung und manchmal mit Eiter. So fasst es der NHS zusammen. Wenn du dich also fragst: „Warum ich, und warum gerade jetzt?“, lautet die Antwort meist: Haut, die viel Talg bildet, plus ein, zwei Auslöser. Hier kommt jeder Schritt, danach die Auslöser, an denen du selbst etwas ändern kannst.

Wie entstehen Pickel? Die 4 Schritte unter deiner Haut

So entsteht ein Pickel

  1. Mehr Talg

    Ab der Pubertät machen Hormone namens Androgene deine Talgdrüsen größer und aktiver, erklärt die AAD. Fettige Haut ist kein Hygieneproblem, sondern einfach der Punkt, an dem Akne anfängt.

  2. Ein Pfropf entsteht

    Die Hautzellen, die den Follikel auskleiden, sollten sich ablösen und hinausbefördert werden. Wenn sie stattdessen am Talg kleben bleiben, bilden sie einen Pfropf, anfangs einen Mikrokomedo, der laut DermNet NZ mit bloßem Auge nicht zu sehen ist. Deshalb scheint ein Pickel über Nacht aufzutauchen, obwohl er sich schon eine Weile angebahnt hat.

  3. Bakterien mischen mit

    Bakterien, die ganz normal auf deiner Haut leben, vermehren sich im fettigen, abgeschlossenen Pfropf. Du hast dich nicht angesteckt, und mit Schmutz hat das nichts zu tun.

  4. Entzündung

    Dein Immunsystem reagiert, und die Stelle schwillt an und tut weh: rosa oder rot auf weißer Haut, braun oder violett auf brauner und schwarzer Haut, wie der NHS betont. Je tiefer sie sitzt, desto größer und schmerzhafter wird die Beule.

Mitesser, Papeln oder Zysten: Welche Art Pickel ist das?

Zwei Arten von Pickeln

Verstopft, nicht entzündet

  • Geschlossener Mitesser (Whitehead): Die Pore schließt sich über dem Pfropf, und es bleibt eine kleine Erhebung in deiner Hautfarbe
  • Offener Mitesser (Blackhead): Der Pfropf bleibt zur Luft hin offen und zeigt sich als schwarzer oder brauner Punkt, flach oder leicht erhaben
  • Beide fühlen sich rau oder uneben an, tun aber nicht weh
  • Viele davon zusammen nennt man komedonale Akne

Entzündet

  • Papel: ein erhabenes, druckempfindliches Knötchen, rosa oder rot auf weißer Haut, braun oder violett auf brauner und schwarzer Haut
  • Pustel: ein erhabenes, mit Eiter gefülltes Knötchen, der Eiterpickel, den die meisten meinen, wenn sie „weißer Pickel“ sagen
  • Knoten: eine größere, schmerzhafte Verhärtung unter der Haut
  • Zyste: eine tiefe, schmerzende Schwellung, und wie Knoten können auch Zysten zusammenwachsen

Noch mal zu den offenen Mitessern: Das Schwarze ist kein Schmutz. Laut DermNet NZ kommt die dunkle Farbe von Melanin, dem hauteigenen Pigment, an der Oberfläche des Pfropfs, also kriegst du sie auch mit festerem Schrubben nicht weg. DermNet weist außerdem darauf hin, dass diese verstopfte, nicht entzündete Form von Akne bei Rauchenden häufiger vorkommt als bei Nichtrauchenden.

Warum bekomme ich plötzlich Pickel?

Hormonumstellungen stehen ganz oben auf der Liste des NHS: rund um Pubertät, Periode, Schwangerschaft und Wechseljahre. Der NHS nennt auch das polyendokrine metabolische Ovarialsyndrom (PMOS), die Erkrankung, die lange als PCOS bekannt war. Wenn die Pickel zusammen mit unregelmäßigen Perioden kommen, erwähn das bei deiner Ärztin oder deinem Arzt. Neben Hormonen lohnt sich ein Blick auf die folgenden Punkte. Wo die Pickel sitzen, kann auf einen äußeren Auslöser hinweisen, etwa einen Riemen oder einen Helm, aber die Stelle allein verrät nicht, was in deinem Körper los ist.

Die üblichen Auslöser, und was du ausprobieren kannst

  1. Stress

    Laut AAD kann Stress allein keine Akne auslösen, aber Pickel, die du schon hast, schlimmer machen.

  2. Reibung und gestauter Schweiß

    Helme, Kinnriemen, Rucksackgurte und enge Sportkleidung stauen Wärme und Schweiß und reiben, was laut AAD zu Acne mechanica führen kann. Saubere Polster zwischen Ausrüstung und Haut und lockerere, schweißableitende Kleidung helfen.

  3. Fettige Produkte

    Fettiges Make-up, fettige Hautpflege und Haarprodukte wie Pomade können Akne verschlimmern, sagt die AAD, und DermNet NZ nennt Kosmetikinhaltsstoffe wie Isopropylmyristat, die Poren verstopfen können.

  4. Medikamente

    Manche können laut NHS Akne auslösen. Wenn die Pickel kurz nach einem neuen Medikament anfangen, sag in der Praxis Bescheid, die es dir verschrieben hat, und setz ein verschriebenes Medikament nicht auf eigene Faust ab.

  5. Familie

    Hatte ein Elternteil oder jemand anderes aus deiner engen Blutsverwandtschaft tiefe, schmerzhafte Pickel, ist dein eigenes Risiko für diese Art laut AAD höher.

Macht Ernährung Pickel? Was die Forschung zu Milch und Zucker sagt

Ernährung ist der meistgesuchte Auslöser und der am wenigsten geklärte. Die AAD fasst es selbst so zusammen: Es gibt vielleicht einen Zusammenhang, aber wahrscheinlich nicht aus dem Grund, den du vermutest. Lebensmittel, die deinen Blutzucker schnell ansteigen lassen, wie Weißbrot und Pommes, können Akne verschlimmern. In der größten Studie, die sie zitiert, stellten 2.258 Menschen in den USA ihre Ernährung zum Abnehmen auf niedrig-glykämische Kost um, und 87 % gaben an, dass sich dabei auch ihre Akne gebessert hatte. Zwei kleine Studien, mit 43 jungen Männern in Australien über 12 Wochen und mit 32 Menschen in Korea über 10 Wochen, fanden mit niedrig-glykämischer Ernährung signifikant weniger Akne als mit der gewohnten Ernährung. Andere Studien fanden überhaupt keinen Zusammenhang.

Kuhmilch ist die andere Verdächtige. In einer US-Studie erinnerten sich 47.355 Frauen daran, was sie in ihrer Highschool-Zeit gegessen hatten, und wer täglich 2 oder mehr Gläser Magermilch getrunken hatte, hatte mit 44 % höherer Wahrscheinlichkeit Akne. Vollmilch, fettarme Milch und Magermilch wurden alle damit in Verbindung gebracht, schreibt die AAD, während keine Studie gezeigt hat, dass Joghurt oder Käse zu mehr Pickeln führt. Das sind Zusammenhänge, keine Beweise, und manche beruhen auf Erinnerungen von vor vielen Jahren, deshalb fordert die AAD mehr Forschung. Unsere Einschätzung: Streich nicht auf Verdacht eine ganze Lebensmittelgruppe. Beobachte lieber ein paar Wochen lang ein Lebensmittel, das du im Verdacht hast, und pfleg deine Haut so oder so weiter, denn eine Ernährungsumstellung allein hält sie nicht pickelfrei.

Ist es Pilzakne? So erkennst du den Unterschied zu Pickeln

Wenn deine „Akne“ juckt, vor allem am oberen Rücken und an der Brust sitzt und jedes Knötchen aussieht wie das nächste, könnte es eine Malassezia-Follikulitis sein, oft Pilzakne genannt. Ausgelöst wird sie von einem Hefepilz, und DermNet NZ beschreibt sie als kleine, gleichförmige, juckende Knötchen ohne offene oder geschlossene Mitesser dazwischen, manchmal auch an Stirn, Haaransatz, Kinn, Hals oder Oberarmen. Hitze und Luftfeuchtigkeit, starkes Schwitzen, dicke Cremes und Sonnencremes sowie Antibiotika machen sie wahrscheinlicher. Pilzakne ist leicht mit Akne zu verwechseln. Wenn dir das bekannt vorkommt, kann eine Ärztin oder ein Arzt das abklären und ein Mittel gegen Pilze verschreiben.

Kurze Antworten

Macht schmutzige Haut Pickel?

Nein. Der Pfropf entsteht im Follikel aus deinem eigenen Talg und deinen Hautzellen. Regelmäßiges Waschen mit einem milden Reiniger reicht völlig, und Schrubben erreicht den Pfropf in der Pore sowieso nicht.

Warum bekomme ich immer an derselben Stelle Pickel?

Schau, was diese Stelle jeden Tag berührt: ein Handy, ein Riemen, eine Hand unterm Kinn, ein Helm, ein Haarprodukt am Haaransatz. Einen schmerzhaften Knubbel, der immer wieder genau an derselben Stelle auftaucht, solltest du einer Ärztin oder einem Arzt zeigen.

Sicherheitshinweis: Tiefe, schmerzhafte Knoten, Pickel, die Narben oder dunkle Flecken hinterlassen, oder Haut, die heiß, geschwollen und rot wird: Geh zur Hausärztin, zum Hausarzt oder in eine Hautarztpraxis.

Quellen

  1. AcneNHS, abgerufen am 5. November 2026
  2. Acne: Who gets and causesAmerican Academy of Dermatology, abgerufen am 5. November 2026
  3. Can the right diet get rid of acne?American Academy of Dermatology, abgerufen am 5. November 2026
  4. Is sports equipment causing your acne?American Academy of Dermatology, abgerufen am 5. November 2026
  5. Comedonal acneDermNet, abgerufen am 5. November 2026
  6. Malassezia (pityrosporum) folliculitisDermNet, abgerufen am 5. November 2026

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